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5. Mai 2012: Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Die AGBO beteiligte sich mit einem Infostand auf dem Lindenplatz in Offenburg am Europäischen Protesttag. Unter dem Motto "Jede Barriere ist eine zu viel" gab es Mitmachaktionen, Informationen und Präsentationen.

Die AGBO wurden vertreten durch

lesen Sie mehr in der Presseschau

Mehrwert für den Ortenaukreis - Dank Behindertenhilfe

Zur Podiumsdiskussion „Nutzt die Behindertenhilfe dem Ortenaukreis? Neue Wege in der Behindertenhilfe?“ hatten Vertreter der AGBO e.V. eingeladen. Vor über 200 Interessierten diskutierten Sozialdezernent Georg Benz, der Kehler OB Dr. Günther Petry, Hermann Tränkle (Kfm. Leiter St. Josefshaus Herten), Frank Stefan (Vorstandsvorsitzender Diakonie Kork) und Achim Feyhl (Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch) Fragen zur monetären und ethischen Wertschätzung von Menschen mit Behinderung. Dr. Michael Seidl (Leiter SWR-Regionalbüro Offenburg) moderierte die Runde.

Was kostet ein Mensch mit Behinderung den Kreis im Jahr? Und was passiert mit diesen Geldern? Wie lange muss ein Mensch mit Behinderung morgens im Bett verbleiben bis der Betreuer sich um den Toilettengang kümmern kann? Eine Stunde, zwei Stunden? Die Betreuungssituation wird schlechter.Die Einrichtungen der Behindertenhilfe erhalten Gelder aus der Eingliederungshilfe. Im Bundesvergleich steht das Land Baden-Württemberg mit seinen Ausgaben in dieser Hinsicht an zweitletzter Stelle – nur Sachsen ist schlechter. Bei der Anzahl der Empfänger von Eingliederungshilfe bilden die Baden-Württemberger sogar das Schlusslicht. Die durchschnittlichen Ausgaben der 44 Kreise im Land pro Werkstattplatz liegen bei 10.405 € pro Jahr. Die Lebenshilfe-Werkstatt in Offenburg  erhält zum Beispiel nur 9.540 € pro Jahr. Mit diesem Betrag wird eine Kaufkraft von über 16.000 € im Kreis generiert.Ethik ja? Mehrwert ja? Eine Anhebung der Kreismittel für die Einrichtungen der Behindertenhilfe nur auf durchschnittliches Baden-Württembergisches Niveau würde den Menschen mit Behinderung eine „ethische Betreuung“ sichern und dem Kreis einen Mehrwert bescheren.Der Ortenaukreis und die Mitglieder der AGBO e.V. verständigten sich auf ein partnerschaftliches und zügiges Vorangehen bei der Lösung der drängenden Fragen.

AGBO fordert Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

Offenburg.

Am 5. Mai 10 sind in Offenburg und Oberkirch insgesamt etwa 160 Menschen auf die Straße gegangen, um ihren Forderungen nach Gleichberechtigung Ausdruck zu verleihen. In Offenburg und Oberkirch hatte die AGBO (Arbeitsgemeinschaft Behindertenhilfe im Ortenaukreis) anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung zu einer Demonstration aufgerufen.

In der AGBO haben sich 17 Einrichtungen für Menschen mit Behinderung im Ortenaukreis zusammengeschlossen. Verbesserte Lobbyarbeit ist das Ziel.

Der Sprecher der Menschen mit Behinderung Inan Cengiz stellte am Aktionstag klar: „Wir wollen als normale Mitglieder der Gesellschaft anerkannt werden.“ Die UN-Konvention ist zwar geltendes Recht, aber die AGBO befürchtet, dass der Staat wegen leerer Kassen die Umsetzung hinausschiebt. Dieter Wagner, Werkstattrat der Albert-Schweitzer-Werkstätten, machte in Oberkirch auf die Problematik aufmerksam.

Rudi Sack, Geschäftsführer der Lebenshilfe Baden-Württemberg brachte es in seiner Rede auf den Punkt: „Nur eine Gesellschaft für alle ist auch eine bessere Gesellschaft.“ Das Ziel sei Inklusion statt Integration, denn wenn ein Kind mit Behinderung in eine Familie geboren wird, müsse man es auch nicht erst integrieren.

Zum Abschluss der Kundgebung überreichte Inan Cengiz ein Exemplar der UN-Behindertenrechtskonvention in Leichter Sprache an Michael Berger, den Behindertenbeauftragten des Ortenaukreises.

 

 

SENIOREN mit Behinderung: Konzept für die Betreuung in Arbeit

Ein Team aus dem Landratsamt und der AGBO arbeitet gemeinsam an einem Konzept für behinderte Senioren im Ortenaukreis:

Zielsetzung der AGBO ist es, gemeinsam mit dem Kreis Ortenau, beste Praktiken in der Behindertenarbeit im Ortenaukreis zu entwickeln. Ausgehend von einer gemeinsamen Zieldefinition soll eine an der Qualität orientierte, zielgruppenadäquate Behindertenarbeit im Ortenaukreis geleistet werden.

Dies bedeutet, dass der behinderte Mensch so lange wie möglich in der Einrichtung an der Gemeinschaft teilhaben soll.